Warum Linux?
Weil es frei ist! Hmm, das hört sich gut an, aber was steckt dahinter? Dies bedeutet, daß Sie für die Verwendung von Linux keine Lizenzen benötigen. Sie brauchen somit keine Lizenzgebühren zahlen, egal für welchen Zweck Sie Linux benutzen. Ein kleiner positiver Nebeneffekt ist, dass Linux hierdurch normalerweise wesentlich günstiger ist als andere Betriebssysteme.
Aber Sie haben als Benutzer noch viel mehr Freiheiten. Sie können sich (entsprechendes Wissen vorausgesetzt) aktiv an der Entwicklung von Linux beteiligen. Der gesamte Quellcode ist unter den Bedingungen der GPL (GNU General Public License) frei verfügbar. Dieser Quellcode wird entweder gleich mitgeliefert (auf einer separaten CD) oder kann von öffentlichen Servern aus dem Internet bezogen werden. Alle Änderungen, die eventuell Sie oder andere User vornehmen, unterliegen wiederum der GPL.

Diese Freiheit hat dazu geführt, daß sich sehr viele Menschen rund um die ganze Welt mit Linux beschäftigen, Fehler in den Programmen suchen und damit Linux und auch andere »freie« Programme immer besser werden lassen.
Wie jedes andere Produkt auch hat Linux aber nicht nur Vor-, sondern auch einige Nachteile. Diese sollen hier gar nicht verschwiegen werden.
Einige Vorteile ...
Die folgenden Punkte sind die größten Vorteile, die sich durch die Verwendung von Open Source im Allgemeinen und Linux im Speziellen ergeben. Es gibt noch eine Reihe weiterer Argumente, die aber teilweise nur für spezielle Systeme gelten.
- Linux ist Open Source, d. h. der Quellcode liegt offen.
- Linux ist ungeheuer flexibel, es läuft auf nahezu allen Computer-Architekturen. Die Spannweite reicht hier von kleinen Handhelds oder Embedded-Systemen über normale PCs, Server und Workstations bis hin zu den sogenannten Supercomputern.
- Für Linux existiert eine riesige Auswahl an frei erhältlichen Programmen. Gerade diejenigen, die sich über Jahre halten, haben eine exzellente Qualität erreicht und stehen den kommerziellen Produkten in nichts nach.
- Der Umgang mit Linux unterliegt keinerlei Lizenzbeschränkungen.
- Man ist nicht von einem einzelnen Softwarehersteller abhängig.
- Linux ist erwiesenermaßen äußerst stabil und zuverlässig, die meisten Server benutzen UNIX oder auch Linux als Basis.
- Linux beinhaltet alle offenen Standards und führt keine proprietären Standards ein, die die Kompatibilität mit anderen Systemen einschränken.
- Linux bietet von Haus aus eine höhere Sicherheit als andere Betriebssysteme. Durch das Multiuser-Konzept kann jedes Programm nur mit den Rechten ablaufen, die es zum Betrieb benötigt. Durch die Offenheit des Quellcodes ist das System durchschaubar und verständlich. Viren und trojanische Pferde sind unter Linux nur sehr schwer zu implementieren, da Sicherheitslücken und Programmierfehler durch die große Anzahl von freiwilligen Helfern sehr schnell entdeckt werden.
... aber auch ein paar Nachteile
- Es kann einige Probleme mit spezieller Hardware geben. Obwohl Linux Distribution wie z.B. Ubuntu eine hervorragende Hardwareerkennung besitzen, gibt es Hardware, die nicht ohne weiteres unter Linux läuft. Hierzu zählen einige Scanner, Graphikkarten, Software-Modems und auch Soundkarten.
- Der Grund für diese teilweise schlechte Unterstützung ist nicht bei Linux zu suchen, sondern vielmehr auf der Seite der Industrie. Manche Firmen haben eine sehr restriktive Politik bezüglich der Offenlegung ihrer Spezifikationen. Und ohne diese ist es Glückssache, ob ein Gerät unter Linux läuft oder nicht. Aber keine Sorge. Immer mehr Firmen erkennen den wachsenden Bedarf an Linux-Unterstützung und folgen diesem Ruf. Achten Sie am besten vor dem Kauf von Hardware auf die Linux-Kompatibilität.
- Es gibt sehr wenige (im Vergleich zu Windows) kommerzielle Spiele, obwohl dies viele Linux-Benutzer wünschen. Allerdings muss man sagen, dass die Zahl der Linux-geeigneten Spiele ebenfalls stetig wächst. Die Spielehersteller scheinen langsam umzudenken. Des Weiteren ist es möglich mit Emulatoren u. Ä. einige Windows-Spiele auch unter Linux zum Laufen zu bekommen.
- Es gibt nur wenig spezielle Software für Firmen. Eine Lösung dieses Problems ist ebenfalls nur eine Frage der Zeit. Das betrifft aber nur spezielle unternehmerische Software, am Desktop ist Linux voll funktionsfähig!
- Unter Linux ist man noch abhängiger vom Internet als unter Windows. Richtige Unterstützung in Form von Treibern, aber auch Dokumentationen in Foren, Newslettern u. Ä. gibt es nur online. Aber in Zeiten von DSL wird die Schlagkraft dieses Argumentes immer geringer.
Mit Linux kommen Kreativität und die große Tradition der Communitys, des Gemeinschaftsgefühls, zurück auf Ihren Computer. Lassen Sie sich in den Bann ziehen!

Distributionen
Es ist aus Gründen der Modularität nachvollziehbar, dass man sich ein Linux-System vollständig selbst zusammenstellen kann. Allerdings ist es für die meisten von uns am einfachsten, sich eine so genannte Distribution zu kaufen, auszuleihen und zu kopieren oder sich die Wunsch-Distribution einfach herunterzuladen.
Was ist überhaupt eine Distribution?
Eine Distribution ist eine »Komposition«, bestehend aus dem originalen Linux-Kernel und anderer Software. Die in den Distributionen enthaltenen Programme sind in der Regel ebenfalls frei erhältlich, auch wenn sie unter anderen Lizenzen stehen können. Allen diesen Lizenzen gemeinsam ist, dass sie so genannte Open-Source-Lizenzen sind. Dies bedeutet, dass diese Programme kostenlos erhältlich sind und der Quellcode frei verfügbar ist. Einige große Anbieter von Distributionen sind Novell/SuSE, Ubuntu, RedHat, Mandriva und Debian.
Ubuntu ist eine solche Distribution und Canonical bzw. die Ubuntu Foundation erledigt die Arbeit, den Linux-Kernel mit vielen Programmen zusammenzustellen, das Artwork (Erscheinungsbild) anzupassen und Ihnen dies kostenlos zur Verfügung zu stellen.Ubuntu basiert auf einer anderen großen Distribution, nämlich Debian. Sie sehen also, inzwischen ist das »Universum Linux« ebenso kompliziert und verästelt wie ein Baum. Aus großen starken Ästen wie Debian entwickeln sich kleinere Zweige wie Ubuntu.
Nun stellt sich für viele Anwender die Frage nach dem richtigen Linux. Die Internetseite distrowatch.org listet zurzeit über 350 verschiedene Linux-Distributionen auf, die Palette reicht hierbei von so bekannten Distributionen wie Ubuntu bis hin zu kleinen Distributionen für sehr spezifische Aufgaben.
Diese Zusammenstellungen wurden schon früh in der Geschichte von Linux entworfen. So tauchten ab 1992 zunehmend mehr Distributionen auf, die jeden Geschmack zu bedienen versuchten. Schnell entwickelten sich auch Geschäftsmodelle rund um Linux und Open Source. Die geringe Bandbreite (Geschwindigkeit) der Internetnutzer – damals gab es noch kein DSL – führte dazu, dass sich viele an Linux Interessierte die Software auf CDs zuschicken ließen.